Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe können Mieter Schadensersatz verlangen, wenn sie beim Verkauf der von ihnen gemieteten Wohnung übergangen wurden.

Möchten Wohnungseigentümer eine vermietete Wohnung verkaufen, so müssen sie diese zuerst dem jeweiligen Mieter zum Kauf anbieten. Versäumen sie dies, so hat der Mieter nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) ein Recht auf Schadensersatz. Die Karlsruher Richter gaben damit im Grundsatz einer Hamburger Mieterin recht, die Schadensersatz in Höhe von rund 79.000 Euro einklagte (Az.: VIII ZR 51/14). Beim Verkauf ihrer Woh­nung im Jahr 2011 hatte der Vermieter versäumt, ihr diese zum Kauf anzubieten.

In dem vorliegenden Fall hatte der Vermie­ter ein Mehrfamilienhaus in Hamburg mit sieben Wohnungen zu Eigentumswohnun­gen umgewandelt und zum Gesamtpreis von 1,3 Millionen Euro veräußert. Die Mieter wurden weder über den Verkauf noch über ihr Vorkaufsrecht informiert. Die neu­en Eigentümer boten die umgewandelte Wohnung den dort wohnenden Mietern später zu einem Preis von 266.250 Euro an, dem Verkehrswert der Wohnung.

Quelle: Cash 03/2015