Die Standardlösungen im deutschen D&O-Markt differenzieren bedingungsgemäß überhaupt nicht, ob sie eine „1-Mann-GmbH“ oder ein multinational agierendes Unternehmen absichern. Obwohl es hier um völlig unterschiedliche Haftungssituationen und Inanspruchnahmerisiken geht. Eine Differenzierung wird meist nur über die Firmengröße und eventuell durch Prämiennachlässe vorgenommen.

Wenn man den Markt genau genug durchkämmt, spürt man allerdings auch die wenigen spannenden Deckungskonzepte auf, die nach Gesellschafter- bzw. Geschäftsführerstruktur unterscheiden. So finden sich z. B. Speziallösungen für 100%ige und zugleich alleinige Gesellschafter-Geschäftsführer, die ja überhaupt keine Haftung dem eigenen Unternehmen gegenüber haben, weil es ihnen allein gehört. Ebenso lassen sich Konzepte finden für Minderheits- bzw. Fremdgeschäftsführer, die das Unternehmen zwar vertreten, jedoch daran nicht oder nur mit geringem Gesellschaftsanteil beteiligt sind: Diese sind der „vollen“ gesetzlichen Haftung ausgesetzt, ohne irgendwelche Einflussmöglichkeiten auf die Gesellschafter und deren Entscheidung zu haben. Dies berücksichtigen o.g. Spezialkonzepte z. B. durch zusätzliche Versicherungsoptionen oder Sideletter, um deren exponierte Haftungssituation noch umfangfreicher abzusichern.