Die Entscheidung fällt mit Studienbeginn

Mit dem Studienbeginn fängt nicht nur ein neuer Lebensabschnitt an, sondern auch die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle eingeschriebenen Studenten in Deutschland müssen kranken versichert sein. Dabei haben sie die freie Wahl zwischen der Privaten Krankenversicherung (PKV) und der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Man muss sich jedoch zu Beginn des Studiums entscheiden und kann diese Entscheidung während des Studiums nicht widerrufen. Möchte man sich privat kranken versichern, muss man selbst aktiv werden.

Preiswerteste Lösung: Beitragsfreie Familienversicherung über die Eltern

Bei vielen Studenten ist eine beitragsfreie Familienversicherung über die Eltern möglich, wenn diese gesetzlich kranken versichert sind. Hier können Studierende bis zum Alter von 25 Jahren, solange wie die Eltern Kindergeld beziehen, mitversichert werden. Ist ein Zivil- oder Wehrdienst geleistet worden, verlängert sich der Zeitraum entsprechend.
Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Studierende nicht über 415 € im Monat verdienen drüfen. Wenn die Tätigkeit in den Semesterferien ausgeübt wird und nicht länger als zwei Monate im Jahr andauert, darf man jedoch unbegrenzt verdienen.
Nach dem 25. Lebensjahr endet die beitragsfreie Familienversicherung und man kann sich zum Studententarif für durchschnittlich 72 € monatlich gesetzlich selbst versichern.

Die gesetzliche Versicherungspflicht ist zeitlich begrenzt

Die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse für Studierende endet in der Regel nach dem 14. Fachsemester, jedoch spätestens mit der Vollendung des 30. Lebensjahres. Danach gibt es noch für maximal sechs Monate die Möglichkeit einen günstigeren „Examenstarif“ zu erhalten – ein Übergangstarif für Studierende in der Studienabschlussphase.
Wenn die Versicherungspflicht beendet ist, kann man entweder eine private Krankenversicherung abschließen oder freiwillig in der gesetzlichen Kasse bleiben, für einen Beitrag von durchschnittlich 170 € im Monat.

Privatversichert im Studium

Wer sich bei Beginn des Studiums privat versichern möchte, muss einen Antrag auf Befreiung von der Krankenversicherungspflicht bei der gesetzlichen Kasse stellen. War man schon einmal gesetzlich versichert, gibt man den Antrag bei dieser Krankenkasse ab. Ansonsten kann man sich an eine beliebige Kasse wenden. Dabei ist zu beachten, dass dieser Befreiungsbescheid den Hochschulen schon bei der Einschreibung vorgelegt werden muss. Zudem benötigt die gesetzliche Krankenkasse einen Nachversicherungsnachweis von der privaten Krankenkasse. Ist man vorher schon privat versichert gewesen, kann dieser Nachweis kurzfristig ausgestellt werden. Möchte man jedoch eine private Krankenversicherung beginnen, kann dies durch die Antragsprüfung länger dauern. Aber keine Panik: Eine Befreiung von der Krankenversicherungspflicht ist auch noch in den ersten drei Monaten nach der Einschreibung möglich.

Für wen lohnt sich die private Krankenversicherung?

Sich im Studium privat kranken zu versichern ist meist teurer als die gesetzliche Krankenkasse. Es lohnt sich finanziell für alle Studierenden, bei denen ein Elternteil Beihilfe bekommt (meistens Beamte). Denn bis auf wenige Ausnahmen sind dann auch studierende Kinder beihilfeberechtigt und können sich mit beihilfekonformen Tarifen sehr günstig versichern und von den starken Leistungen der privaten Krankenversicherung profitieren.
Wenn man privat krankenversichert ist, ist man automatisch auch privat pflegeversichert. Das ist meistens bis zum 25. Lebensjahr beitragsfrei über die Eltern möglich. Sollte dies einmal nicht der Fall, zahlt man als Student/in unter 34 Jahre einen Monatsbeitrag von nur 8,37 € hierfür.

Der Tarif PSKV für Studierende – die preiswerte Lösung für eine private Krankenversicherung

Neben den vielen individuellen Tarifen gibt es einen speziellen, verbandseinheitlichen Tarif für Studenten: den PSKV (Private Studentische Krankenversicherung). Allerdings ist der Tarif in seinen Leistungen sehr beschränkt. Er wird von einigen wenigen Versicherern angeboten und der Versicherungsschutz ist bei allen Anbietern identisch. Die zu zahlenden Beiträge unterscheiden sich nur minimal durch unterschiedlich kalkulierte Verwaltungs- und Abschlusskosten.
Bei diesem Tarif hat man freie Wahl unter den niedergelassenen Ärzten, Zahnärzten, Heilpraktikern und den Krankenhäusern. Nicht versichert sind jedoch z.B. die sogenannten Wahlleistungen wie Chefarztbehandlung und Ein- oder Zweibettzimmer. In diesem Tarif gibt es keine Wartezeiten, das heißt man kann die Leistung sofort in Anspruch nehmen. Für diese Versicherung gibt es ein Höchstalter von 34 Jahren. Die monatlichen Beiträge sind nach Alter gestaffelt und betragen je nach Versicherer durchschnittlich etwa:

  • 86 € von 20 bis 24 Jahre
  • 114 € von 25 bis 29 Jahre
  • 146 € von 30 bis 34 Jahre

Für bestehende Erkrankungen beim Abschluss der Versicherer, kann das Unternehmen einen Zuschlag verlangen.

Zuschuss bei BAföG

Wer BAföG bekommt, erhält zur Kranken- und Pflegeversicherung einen Zuschuss. Zur Krankenversicherung maximal 71 € und zur Pflegeversicherung maximal 15 €. Der Zuschuss darf jedoch nicht höher als die Hälfte des Beitrages sein.

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